Dann mal aus dem Kopf:
1. Helmut Fath ✝, begnadeter Tuner fräste viel in Beryllium herum. Er wurde schwer krank davon und starb auch mit seinem Leiden.
2. Druck: bei einer 64er Bohrung hat der Kolben eine Oberfläche von etwa 3,2cm mal 3,2cm mal pi. 3mal hin und eins im Sinn macht rd. 32Quadratzentimeter. Bei einer "kalten" Verdichtung mit einem Druck von 10 bar wirkt also eine Kraft von 320kp (3200N) auf das Pleuel. Sie verteilt sich auf das obere Viertel des Pleuellagers (von NW bis NO),damit auf eine Fläche von etwa 10 Quadratzentimeter. (Bei einem Lager mit Null Spiel wäre sie etwas größer). Es wirkt also ein Druck von 320kp/10qcm =
32 bar auf das Pleuellager beim kalten Arbeitshub, mit Explosion wäre der imho noch dreimal so hoch. Es muss jedem klar sein, dass eine noch so gute Ölpumpe in genau diesem Moment, wenn es am dringendsten erforderlich ist,
kein Öl ins Lager fördern kann.
Das Lager ist darauf angewiesen, dass das die Ölpumpe zwischen den Arbeitshüben erledigen kann und/oder das Öl auch unter diesem hohen Druck nicht seitlich aus dem Lager heraus spritzt. Dazu bedarf es der o.e. Scherfestigkeit, die übrigens bei mineralischen Ölen von Hause aus höher ist als bei synthetischen. Die Tatsache aber, dass die Motoren trotzdem halten, deutet aber darauf hin, dass auch die Festigkeit von synth. Ölen hoch genug ist.
Nur lässt sich eben Wasser leichter aus einer Fuge drücken als Honig. Das ist jetzt meine Meinung zur Veranschaulichung des Probs.
Warum halten die XJ Motoren trotz des schwachen Öldrucks trotzdem so ewig lang?
Sie haben m.W. deutlich weitere Ölspülkanäle als z.B. Honda Motoren. Nicht der Druck sagt etwas über die Leistungsfähigkeit einer Pumpe aus, sondern die Fördermenge resp. Förderhöhe. Weite Spülkanäle und großes Laufspiel verursachen keinen hohen Gegendruck, deshalb ist im System kein hoher Druck nachweisbar, aber es wird eine Wahnsinnsmenge durch gehauen. Die Lager sind immer voll.
Der Blutkreislauf eines Wale funzt m.W. ebenso. Bei Motoren mit engeren Spülkanälen und geringerem Laufspiel wird die Situation mit dünnflüssigem Öl verbessert, wie bei Arterienverkalkung mit Aspirin.
Grüße, Olaf
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wi müssen all tau Moder warn, tau Moder ... tau Moder ...!
