Nordlicht hat geschrieben:
O.K., gebe mich der geballten Sachkompetenz geschlagen. Ich habe dem Gebrauchtberatungsbericht aus der "MOTORRAD" von 15/1990 geglaubt.
Meine Anleitung mit nur einem Kolben ist übrigens von der 31A. Deine auch?
Aber eine Scheibenbremse braucht durchaus nicht zwei Kolben pro Scheibe. Die allermeisten Autobremsen machen es doch vor.
Grüßle von Jens
XXX-Modus ON: pahh.."Motorrad 15/1990..
XXX-Modus OFF. lach
Zum Detail:
Festsattelbremsen mit 2 Belägen (welche beide annähernd gleich verschleißen).. hmm geht nur wenn sich hinter beiden Kolben der gleiche Druck aufbaut und gleiche Kraft von beiden Seiten auf die Scheibe ausgeübt wird.
Deshalb auch die Verbindungsbohrung zwischen den beiden Hälften des Bremssattels.
Schwingsattelbremsen fangen manchmal an zu klappern wenn die "Führungen" in die Jahre kommen. Einige 650er-Fahrer können da ein Liedchen singen.
Die Unterlagen entstammen nicht aus einem 31A-Werkstatthandbuch.
Sie stammen aus dem Werkstatthandbuch einer FJ. Die erste Baureihe (FJ1100 und danach auch die FJ1200, Typ 1XJ) waren mit den Bremssätteln nach dem Prinzip der XJ900 ausgerüsttet.
Die sind IMHO auch kompatibel.
Die späteren FJ´s 1200 hatten hinten immer noch eine innengekühlte Bremsscheibe der XJ900-Art. Nur vorn hat man ab der Baureihe FJ1200 Typ 3CW die Bremssättel durch 4-Kolbenfestbremssättel ersetzt und ihr wesentlich größere Bremsscheiben spendiert. Diese Bremsscheiben sind zusätzlich schwimmend gelagert. Die hervorragende Bremswirkung dieses Sytems und die sehr genaue Führung wurde beibehalten und fand später auch mit ein paar Modifizierungen in der R1 Verwendung.
Den technischen Moderatoren stehen (wenn sie sich nicht selbst die Mühe machen und alles genauestens hinterfragen) oft auch nur die Org-Werkstatthandbücher zur Verfügung. Manchmal findet man sogar technische Details welche nur dem Bucheli entnommen sein können. Da fängt es aber an, dass sich manchmal meine Nackenhaare anfangen aufzustellen. Druckfehler passieren oft, technische Zeichner vergessen mal was oder man ändert bewußt einfach Zeichnungen um einer bestehenden Copyrightverletzung zuvorzukommen.
In einigen Dingen sind die Handbücher der FJ (ich meine die Org-Werkstatthandbücher) den Unterlagen der XJ weit überlegen und detailgenauer.. so bei den kompatiblen Dingen wie Bremsen und ...
einmalig gut ist auch die beschreibung der Vergaseranlage der FJ1100/1200 !!
Wer Ersatz braucht.. die Anlagen sind teilweise erheblich günstiger zu schießen als gebrauchte XJ900-Vergaserbänke.
Bem.: Die FJ 1100/1200 fahren ja auch mit Mikunis BS36 spazieren.
Lediglich die Hauptdüse der FJ-Bank sollte unbedingt von 110 auf mindestens 112,5 bis 115 vergrößert werden (das Gemisch würd sonst zu mager ausfallen) weil die Luftnebendüse erheblich größer ist als bei der Bank der 900er.
Vorteil: im Standgas brauchst du dich um den CO-Wert keine Sorgen zu machen.. mein Dampfkesselprüfer zweifelte damals an seinem Meßgerät..... etwas mehr als 0,2%CO.. statt der erlaubten.. 3,X%CO
LG Gerhard