Hallo,
so, jetzt habt Ihr es geschafft!
Nur weiterlesen wer bequem sitzt, aber ich muß das jetzt einfach tun.
Die Formatierung bitte ich zu entschuldigen, aber ich habe nicht "live" hier eingetippt!
Ein paar Anmerkungen zu häufigen Äußerungen hätt ich da.
Also.....
Behauptung: der Motor wurde für die alten, heute meist sehr (billigen) Öle konstruiert.
Kommentar: klar! Die Konstruktion ist ein viertel Jahrhundert alt. Für welche Öle sollte der Motor denn wohl konstruiert werden; für die Öle, die es damals noch gar nicht gab?
Behauptung: also ist es das Beste, wenn man auch diese Öle nimmt.
Kommentar: warum auf die Vorteile der modernen Motoröle verzichten, nur weil es sie früher nicht gab? Heutige Motoröle sind den damaligen empfohlenen Ölen weit überlegen in allen Bereichen (Schmierfähigkeit, Schmutztragevermögen, Scherstabilität, Durchölungsgeschwindigkeit, Temperaturverhalten etc. etc. etc.
Der XJ-Motor ist so stabil konstruiert, dass er natürlich auch mit den damaligen Ölen locker 100.000 Km macht; das würde er aber wahrscheinlich auch mit Frittolin schaffen, und das gibt’s bestimmt aus der hauseigenen Friteuse noch billiger.
(vor der Fahrt aber das „Schmelzen“ nicht vergessen!) :smt023
Behauptung: Die XJ verträgt kein vollsynthetisches Öl.
Kommentar: Ammenmärchen von schlecht ausgebildeten Fachleuten! Ob ein Öl synthetisch oder mineralisch ist, ist für dieses Thema hier völlig wurscht! Die Leistungsfähigkeit der modernen Öle lässt sich aber nur durch „synthetische“ Maßnahmen (Zusatz von künstlichen Stoffen - Additiven)erreichen.
Behauptung: Nach dem Umstieg auf synthetisches Öl, sind die Dichtungen kaputt.
Kommentar: Allerdings sind bei späterem Umstieg von diesen „niederwertigen“ Ölen auf heutige Hochleistungsöle Nebenwirkungen durchaus möglich, als da sind:
1: durch die schlechte Reinigungswirkung der „niederwertigen“ Öle kann es dazu kommen, dass eine Weile nach dem Umstieg auf moderne Öle, Dichtungen, die zuvor gerade noch durch einen gewissen Schmutzansatz vom Motorinneren aus (nicht der Dreck von außen, gelle!) dicht waren, durch die erheblich bessere Sauberkeit plötzlich anfangen zu siffen. Sehr beliebt sind hier die Dichtungen an den Ölkanälen zum Zylinderkopf.
2: ist mir während des Tippens von Punkt 1 entfallen. :smt021
Behauptung: Das Getriebe lässt sich anders (meist subjektiv „hakeliger“) schalten und ist lauter.
Kommentar: dünnere Öle beeinflussen natürlich auch das Getriebe! Sollte allerdings nach dem Wechsel das Getriebe anfangen zu rattern, liegt das nicht am Öl, sondern irgendetwas anderes ist schon im Argen und fällt jetzt deutlicher auf, da zum Beispiel dünnere Öle auch den Schall weniger dämpfen als dickere Öle. Man hört das Geratter halt besser und es wird mechanisch weniger gedämpft an den Schalthebel weitergegeben.
Behauptung: aber jetzt rutscht die Kupplung.
Kommentar: siehe weiter oben! Durch die bessere Schmierung werden natürlich auch die Reibwerte der Kupplung vermindert (Beweis für die bessere Schmierung)
Abhilfe: stärkere Federn und schon erledigt. (auch mal den Kupplungszug schmieren, gelle?)
Behauptung: Seit ich das teuere Öl benutze ist der Ölverbrauch viel höher. Also ist das alte Öl doch besser.
Kommentar: Das ist meist dann so, wenn vorher eine dieser dicken Pammpen 20W- „irgendwas“ gefahren wurde und hat gleich mehrere Folgen, die zu erhöhtem Ölverbrauch führen:
1: die heutigen hochwertigen Öle haben meist einen Viskositätsbereich
5W –„ irgendwas“ oder sogar 0W – „irgendwas“. Das heißt, sie sind „dünner“. (Die ÜFÜs und UHUs im Forum können sich bestimmt noch daran erinnern, dass es früher sogenannte Sommer- und Winteröle gab. Das waren sogenannte „Einbereichsöle“ mit solchen Bezeichnungen wie „30W“ oder „10W“). Schon alleine dadurch geht je nach Belastung des Motors mehr Öl an den Dichtflächen (Kolbenringe – Zylinderwand etc.) vorbei. Das ist keinerlei Kriterium zur Beurteilung der Qualität des Öls!
2: dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass wenn bisher für heutige Verhältnisse „niederwertige“, dickflüssige Öle gefahren wurden, der Verschleiß ja schon einen gewissen Grad erreicht hat, aber eben gerade durch die Dickflüssigkeit noch nicht durch erhöhten Ölverbrauch bemerkt wird. Kommt jetzt erst ein modernes dünnflüssiges Öl zum Einsatz, heißt das, es geht noch mehr Öl an den schon etwas verschlissenen Dichtflächen vorbei. Trotzdem schmiert und schützt das vermeintlich „schlechtere“, weil zu mehr „Verbrauch“ neigende Öl natürlich besser als die andere Pammpe! An der Diskussion, ob es sich lohnt von dem leider teueren aber besseren Öl mehr nachzukippen, oder die schlechtere Ölqualität zu fahren um weniger zu verbrauchen, beteilige ich mich nicht, da es pure Geschmackssache eines jeden Einzelnen XJ-Treibers bleiben soll. Ich Fahre von Anfang an die zugegebenermaßen völlig überteuerten Spitzenöle (derzeit CASTROL RS „Power & Protection 0W-40, höchste derzeitige API und ACEA-Klasse). Da mein Motor noch fast jungfräulich war, habe ich lediglich bei extremen Bedingungen einen messbaren Ölverbrauch, der aber zum größten Teil zurückzuführen ist auf normale Verdunstung/Verbrennung bei den dann entstehenden Öltemperaturen.
Behauptung: aber so heiß wird das Öl doch gar nicht. Bei mir sind das nur so- und
soviel Grad.
Kommentar: gemeint ist nicht die Temperatur, die in der Ölwanne, oder im Rücklaufkanal vom Zylinderkopf (wie bei mir) gemessen wird.
Es geht um die Temperatur, die direkt z. Bsp. an den Kolbenringen an das Öl weitergegeben wird. Da kommt man mit 140 oder 160 C° bei weitem nicht aus! Das Doppelte und kurzzeitig mehr haut da schon eher hin. Und dann ist auch klar, dass hier ein Verbrennungsverlust stattfindet.
Behauptung: bei den ganzen Ölen blickt doch keiner durch, da nehme ich immer das, das in der Betriebsanleitung steht, oder der Meister empfiehlt.
Kommentar: die Betriebsanleitung ist genauso alt wie die Motorkonstruktion. Also können hier auch nur Öle empfohlen werden, die es damals schon gab (und es wurden die damals besten empfohlen!!!). Zu den Aussagen der meisten Meister habe ich eine ganz persönliche Einstellung. Ich will keinem KFZler hier im Forum auf irgendein Körperteil treten, aber was ich schon für einen ausgemachten Schwachsinn in Bezug auf Klassifikationen und Spezifikationen von Motorölen (sofern der Unterschied überhaupt bekannt war!) gehört habe, ließ mich häufig am deutschen Bildungssystem zweifeln. Außerdem gibt es eine einfache Möglichkeit zu erkennen, um welche „Qualität“ es sich handelt.
:smt100 ES STEHT AUF JEDER DOSE DRAUF !
Damit sind nicht so Werbesprüche wie „..speziell für Turbo..., oder für Diesel..., oder für sportlichen Einsatz... usw. gemeint!
Gemeint sind die meist nicht beachteten, weil nicht verstandenen Zahlen- und Buchstabenkombinationen, anhand derer die Leistungsfähigkeit und der Einsatzbereich eines jeden Öls eindeutig angegeben ist. Und noch weiter differenziert geht es nicht um die Viskosität (z.Bsp. 20W-40, oder 10W-50,...), sondern um die „API“ und seit einiger Zeit die neuen europäischen „ACEA“-Klassen.
Angaben wie „20W-40“ oder Ähnliches geben lediglich an, in welchem Temperaturbereich das beschriebene Öl seine Leistungsfähigkeit hat. Über die Leistungsfähigkeit selber, wird hier überhaupt keine Aussage gemacht! Das steht in der Zahlen- und Buchstabenkombination hinter „API“ und „ACEA“!
Und weil ich mir nicht den Hohn und Spott des halben Forums einhandeln will, werde ich hier jetzt nicht näher auf „API“ etc. eingehen, außer jemand hat besonderes Interesse. Mail reicht. Oder einen groben Überblick hier selber verschaffen:
http://www.motorlexikon.de/?I=4845&K=%D6lPS: von Drohungen irgendwelcher Art aufgrund der Länge meiner Ausführung bitte ich Abstand zu nehmen. Es ist halt mal schön bei einem so ausgelutschten Thema wie Motoröl
das Forum in Wallung zu bringen! Außerdem habe ich bei meiner Vorstellung ja schon angedroht, das ich zum Thema Öl meinen Senf dazugeben werde.
PPS: kann man aus diesem Forum eigentlich rausgeschmissen werden? :smt089