Bei den vollsynthetik Ölen wird ja noch zwischen erdöl- und esterbasierenden Unterschieden. Es ist ein zu umfangreiches Thema, man kann das nicht einfach mal eben schnell aufarbeiten.
Die esterbasierenden sind imho tatsächlich dünnflüssiger und sollten auf keinen Fall für Motoren verwendet werden, die schon ein gewisses Alter mit mineralischen Ölen hinter sich gebracht haben. (Gleitlagerspiel)
Im Datenblatt weist Castrol aber extra darauf hin, dass das besagte Formula RS genau diese Anforderung bestens erfüllt. Wenn es erdölbasierend ist, muss man sich imho auch um Dichtungen keine Sorgen machen.
Es fehlt ein Hinweis, wie alt der Motor sein darf, um bedenkenlos um zu stellen und es fehlt eine Prüfung nach Jaso.
http://www.castrol.com/liveassets/bp_in ... _60_de.pdf
Bei vollsynthetischen Ölen gibt es imho keine Additive im Sinne von Schwebestoffen. Alle Zusätze werden molekukar vernetzt. (Polymerisation) Je höher die Temperaturfestigkeit eines solchen Öles, desto geringer ist die Gefahr, dass die Molekülketten aufbrechen. Die Temperaturfestigkeit dieses Oles scheint sehr hoch zu sein.
Die techn. Entwicklung schreitet schnell voran, möglicherweise braucht man sich gar keinen Kopf zu machen. Ich gebe hier noch mal wieder, was eine Werkstatt mit Rennstall mir vor 20 Jahren gesagt hat: Bis 20tkm ok, über 30tkm keinesfalls mehr auf vollsynth umstellen. Das Risiko ist zu groß.
Olaf
edit: praktisches Beispiel zum Aufbrechen von Molekülketten. Ein laserbedrucktes Papier wird ein zweites mal durch Drucker geschoben und erneut bedruckt.
Verschiedene Möglichkeiten:
1. Der erste Druck verschwindet zur hälfte und wird stattdessen auf die Trommel gebrannt. Riesensauerei.
2. Beide Drucke bleiben auf dem Papier, der alte Druck wird derangiert bzw. unscharf
3. Beide Drucke stehen sauber und scharf auf dem Papier.
Fall 2 zeigt, dass die Moleküle durchaus geneigt sind, sich nach dem Aufbrechen wieder neu zu verbinden. Fall 3 zeigt, dass nach der ersten Polymerisation (Druck und Wärme) durchaus etwas entstehen kann, dessen Hitzefestigkeit in der Zukunft höher ist als beim ersten "Brand".
Verbinden sich die Moleküle im Synthöl beim Betrieb nicht neu, verhält es sich nach entspr. Laufleistung wie ein Mineralöl mit abgesunkenen Schwebestoffen. Leider steht auf der Dose nicht drauf, wie es sich verhält.
_________________
wi müssen all tau Moder warn, tau Moder ... tau Moder ...!
